Montag 20.5. – Angekommen in Horta

Hans war am Montag der erste der die Inseln Faial und Pico um ca. 04:00 entdeckte.  Wind war die ganze Nacht keiner, wir fuhren die letzten 20 Stunden mit Motor. Es dauerte dann noch bis 10:30 bis wir in den Hafen von Horta einfahren konnten.
Nach genau 16 Tagen und 1850 gefahrenen Seemeilen sind wir wieder in einem sicheren Hafen. Wir hatten bis auf zwei Tage immer guten Wind. Und es hat sich gelohnt dass wir uns soweit nach Norden bis Bermuda gekämpft haben. Ab der geografischen Breite über 30° gibt es noch eher beständigen Westwind. Wir konnten an der südlichen Kante der Tiefdruckgebiete nach Osten “surfen”. Diese Taktik ist uns aufgegangen.

Wir staunten nicht schlecht, der Hafen Horta war voll mit ankernden Segelschiffen. Mit unserer Naivität und der Erfahrung bei meiner ersten Reise 2011 dachten wir, wir könnten gleich am Rezeptionssteg der Marina anlanden. Leider nein. Dort lagen schon die Schiffe in Dreier Reihen. Nach einer Hafen Besichtigungsrunde suchten wir ein gutes Plätzchen zum Ankern, machten das Dingi und Außenborder bereit und gingen an Land. Zuerst einklarieren. Da staunten wir dann schon dass die Beamten alle unsere Daten selber in den Computer eingeben mussten während in der Karibik dies alles schon der Skipper via Internet vorbereiten konnte. Entsprechend lange musste ich Schlange stehen. Meine Crew war unterdessen auf Landerkundung und trafen auch prompt bekannte Segler die ihnen beim Bier trinken Gesellschaft leisteten.
Mit meiner Beharrlichkeit konnte ich aber dann doch ein Plätzchen in der Marina ergattern. Wir müssen zwar jetzt jedesmal über zwei andere Boote klettern um zum Boot zu kommen. Aber immerhin besser als jedes Mal mit dem Dingi an Land zu kommen.  Wir verlegten uns in das Hafenbecken und zeitgleich kam auch Wolfgang vom Flughafen an.
Der weitere Abend verlief dann sehr hochwertig kulinarisch. Wir gönnten und gute Steaks und einige Biere. Es blieb am Ende des Abends aber die Erkenntnis: Es ist nicht gut zu versuchen an einem Abend dies aufzuholen was wir in den letzten 16 Tagen nicht hatten.

Sonntag 19.5. – Segeltag 16

Der beständige Wind des letzten Tages hat uns prächtig nach Osten Richtung Horta gebracht. Im Morgengrauen passierten wir in 20sm Entfernung die Insel Flores. Leider spielte heute das Wetter nicht so mit, es war bewölkt und es regnete regelmäßig. Vormittag hatten wir noch guten achterlichen Wind der aber im Laufe des Nachmittags ständig abnahm. Gegen 17:00 mußten wir die Maschine starten und so fahren wir mit 6-7kn in die Nacht hinein. Was vom starken Wind geblieben ist, ist der unangenehme Schwell, Wellen die aus allen Richtungen das Boot wie eine Blechdose auf dem Wasser tanzen lassen. Wir werden ziemlich sicher am Vormittag in Horta ankommen. Die Stimmung an Bord ist dementsprechend gut, wir freuen uns schon sehr auf eine heiße Dusche und auf ein oder zwei kühle Bier frisch gezapft vom Fass. Börny hat heute die erste Nachtwache. Er wird das sicher genießen ist es doch seine letzte Nacht auf hoher See.

Zum Abendessen gab es heute Curry Geschnetzeltes mit Reis. Das Soja Ersatz “Fleisch” schmeckt eigentlich ganz gut und ist auch leicht zu verarbeiten. Frische Lebensmittel sind jetzt alle bis auf drei Kartoffeln und einige Karotten aufgebraucht. Zwiebel und Knoblauch gibt es noch genug. Für den Törn nach Portugal müssen wir eigentlich nur mehr Frische Produkte einkaufen. Wir haben vor in Horta 3-4 Tage zu bleiben. Börny wird ja von Horta aus nach Hause fliegen und Wolfgang wird morgen ankommen, bei Hans und mir einsteigen und mit uns nach Lissabon segeln.
Ja wir werden uns richtig freuen wenn wir morgen Vormittag anlegen und unseren Familien zuhause die “frohe Botschaft” verkünden. Ich glaube dass ich sehr euphorisch klinge, aber die Stimmung an Bord ist es auch wirklich.
Liebe Grüße von Bord der Panta Rhei.

Samstag 18.5. – Segeltag 15

Genau Samstag vor zwei Wochen sind wir in Bermuda gestartet. Wie schnell doch die Zeit vergeht, nach hinten geblickt. Wir haben uns an das Bord Leben gewöhnt. Es ist wirklich unglaublich wie perfekt sich der Körper an diese Umstände an Bord gewöhnt. Man legt sich automatisch alles zurecht, sei es beim Kochen oder beim An-und Ausziehen. Auch die Nachtwachen laufen fast automatisiert ab. Kurzes Gespräch bei der Übergabe über Vorkommnisse und Windsituation dann ab ins Bett bzw. Auf ins Cockpit. Gestern Nacht hat uns ein 20m Katamaran überholt. Wir sind mit 6kn und er mit über 8kn Speed gefahren. Da dauerte es nicht lange bis er wieder außer Sichtweite war. Sonst ist nachts nicht viel los, alle paar Tage ein Frachtschiff das wir über unser AIS bzw. Über die Navigationslichter ausmachen können. Manchmal ist es notwendig das Vorsegel etwas zu reffen wenn die Böjen zu stark werden. Das kann aber einer alleine aus dem Cockpit machen.
Wie gestern schon erhofft sind wir auf ein schmales Wind Band aufgesprungen das uns Südwind mit Windstärke 3-4 bringt. Das ist für uns perfekter Wind in der Stärke, wir können Vollzug segeln und wir können exakt den Kurs nach Horta fahren. Also keine Umwege mehr. Morgen Sonntag werden wir an der westlichsten Azoren Insel Flores verbei segeln. Eigentlich schade weil es laut Törnführer eine sehr schöne Insel ist und wir sicher keine Gelegenheit mehr haben werden sie zu besuchen. Sie liegt doch über 100sm westlich der Hauptgruppe der Azoren Inseln. Diese wilden Inseln mitten im Atlantik wären ein Reiseziel bei dem man locker auch zwei Wochen verbringen könnte. Könnte wenn wir nicht schon so lange unterwegs wären und unser Appetit auf längere Besichtigungen schon in der Karibik gestillt worden ist. Apropos Appetit. Heute haben wir uns wieder mal kulinarisch verwöhnt. Zum Frühstück zwei Spiegeleier auf Schinken und Toast. Zum Abendessen Kürbiscremesuppe, Nudeln mit Schinken Rahmsauce und kalter Krautsalat. Also wir haben uns den Bauch voll geschlagen und haben sogar noch Reste für morgen. Unser Börny hat ja einen etwas höheren Kalorienverbrauch wie Hans und Ich.
Ihr könnt sehen, es geht uns gut, wir sind gute Dinge dass wir die Ankunft in Horta am Montag im Laufe des Tages schaffen werden.
Liebe Grüsse von Bord der PANTA Rhei.

Freitag 17.5. – Segeltag 14

Endlich hat sich ab heute früh der Wind gedreht. Er weht jetzt aus Süden und das gibt uns die Möglichkeit den Kurs direkt nach Horta einzustellen. Und das fast bei halben Wind. Erstens ein Kurs wo auch PANTA Rhei schneller segelt und zweitens macht es das Leben an Bord etwas bequemer. Der Wetterbericht sagt außerdem dass sich das Flauten Loch das in den letzten Tagen 150sm rund um die Azoren gelegen hat, langsam nach Norden verzieht. Wir sind in einem 150-200sm breiten Süd-Nord Windband unterwegs das langsam nach Osten zieht. Im günstigsten Falle werden wir mit diesem Band bis nach Horta mitziehen können. Gott sei Dank funktioniert der Wetter Download jetzt wieder, es dauert manchmal aber bis zu 2 Stunden bis wir das aktuelle Wetter haben. Der Montag zeichnet sich immer deutlicher als Ankunftstag ab. Wir ziehen jetzt mit 6kn durchs Wasser. Diese Geschwindigkeit läßt wieder auf Etmale über 100sm hoffen. So zumindest der Plan.
Sonst geht es an Bord sehr entspannt zu. Wir haben viel Zeit zum Reden, Lesen, Rätsel lösen und Schlafen. Heute wurde ein Butternut Kürbis geschlachtet, entsprechend gab es Kartoffel-Kürbis Gulasch mit Frankfurter zur Kalorien Aufbesserung.
Sonst gibt es nichts Erwähnenswertes aus dem Bordleben zu berichten. Nichts zu Bruch gegangen, nichts ausgeschüttet. Uns geht es gut, wenn einer Heimweh hat (was ziemlich sicher ist) dann läßt er sich nichts anmerken.
Liebe Grüsse von der PANTA Rhei.

Donnerstag 16.5. – Segeltag 13

Schon wieder ein Tag schnell vergangen. Die Bord Routine ist jetzt eingespielt. Jeder hat seine Rituale fürs Frühstück. So ist es zum Beispiel nur sehr schwer möglich mit einer vollen heißen Tasse Tee oder Kaffee alleine von der Küche nach draußen ins Cockpit zu kommen ohne zu verschütten. Also das machen wir zu zweit. Wir fahren immer noch hart am Wind und das erschwert halt das Leben an Bord. Auch die Wellen kommen aus der Windrichtung, also von seitlich vorne. Manchmal stößt eine Welle direkt an die Bordwand und das macht einen richtigen Knall der durchs Innere des Bootes hallt. Das Geschirr in den Schränken sucht sich seinen Platz, man muß nur höllisch aufpassen wenn die Schranktüre geöffnet wird dass nicht der gesamte Inhalt in einem Stück nach aussen drängt. Dann sind zwei Hände zu wenig um die Kontrolle zu behalten.
Aber wir haben schönes Wetter, blauer Himmel mit leichter Bewölkung. Das Meer ist dunkelblau bis grau verfärbt mit leichten Schaum Kronen rings um uns herum. Manchmal gibt es auch bei einer höheren See Spritzer bis ins Cockpit. Aber im großen und ganzen segeln wir sehr trocken. Vielleicht auch weil wir nicht das ganze Potential der Segelfläche nutzen sondern Material sparend segeln. Zwar dann nicht so schnell aber erträglicher für Schiff und Mannschaft. Regelmäßig besuchen uns jetzt einmal pro Tag Delfine. Dunkelgrau gesprenkelt in allen Größen schwimmen sie ums Boot herum. Es ist schön ihnen zuzusehen wie elegant sie durchs Wasser gleiten.
Kulinarisch gab es heute wieder mal Nudeln mit roter Sauce. Natürlich verfeinert von Hans mit diversen Kräutern, Kapern und Oliven. 1/2kg Nudeln für 3 Leute passt gerade so dass jeder richtig satt wird. Es ist ja auch die einzige Hauptmahlzeit des Tages.
Bedingt durch den AmWind Kurs gehen die Tagesetmale zurück. Wir fahren jetzt pro Tag nur mehr um die 100sm. Mit Stand heute Abend haben wir noch gut 400sm vor uns bis wir in Horta anlegen können.
Liebe Grüsse von der PANTA Rhei.

Mittwoch 15.5. – Segeltag 12

Wir sehen das Ziel Horta schon fast vor unseren Augen, aber es zu erreichen wird noch ein Stück Arbeit für uns und für die PANTA Rhei. Der beständige Nord Ost Wind treibt uns mit AmWind Kurs und entsprechender Abdrift immer weiter nach Norden. 15 bis 20° beträgt die Differenz zwischen Soll Kurs und tatsächlicher Kurs Linie. Ich will aber nicht jammern. Wir sind in den 12 Tagen schon weiter als in der konservativen Annahme bei der Abfahrt. Voraussichtlich werden wir noch 5 Tage unterwegs sein. Laut Wetterbericht wartet auf uns rund um die Azoren ein Flauten Loch das wir mit Hilfe des Diesels durchfahren müssen. Ca. 350sm Reichweite haben wir sicher noch in den Tanks, wird sich schon ausgehen. Je länger der Wind anhält desto besser. Gegen Atlantikwelle und Wind könnten wir sowieso nicht gegenan fahren.
Für heute hatte ich einen Marmorkuchen im Plan, er ist auch wirklich gut gelungen. Er wurde etwas bröselig das liegt sicher am Gasbackrohr. Aber die Kocherei beim vorherrschenden Seegang ist ein Balanceakt. Und wenn das Backrohr zu stark schwankt dann geht die Flamme aus. Das heißt immer dabei bleiben und wieder anzünden. Aber wie gesagt der Kuchen schmeckt und ist eine willkommene Abwechslung. Danach gab es Soja Pfanne mit Champignons und Bohnen mit Couscous. Kräftig gewürzt schmeckt es wie Hühnchen und macht richtig satt. Eine wirklich gute Alternative wenn es kein Fleisch mehr gibt. Wir haben jetzt am Abend noch die Segelfläche reduziert und gehen in die Nachtwachen. Es geht uns gut aber wir freuen uns natürlich schon sehr auf das Ankommen in Horta.
Liebe Grüsse von Bord der PANTA Rhei.

Dienstag 14.5. – Segeltag 11

Keine großen Neuigkeiten von uns mitten am Atlantik. Wir haben blauen Himmel ringsum, einige Wolken am Horizont und der Wind bläst nach wie vor aus Nordost Richtung. Wir müssen etwas nach Norden ausweichen sonst ist der AmWind Kurs zu hart und das Material am Boot und auch die Crew wird zu sehr belastet. Wir haben das Großsegel stark gerefft und das Kutter Segel in der vollen Größe. So liegt das Schiff sehr stabil in den Wellen. Manchmal schlägt eine Welle quer auf den Rumpf dass es nur so knallt. Wir sind in dieser langen Segel Zeit schon sehr hellhörig geworden wenn es um Geräusche aus dem Boot bzw. aus dem Rigg geht. Zu leicht könnte in dieser pausenlosen Bewegung etwas kaputt gehen und übersehen werden. So hatte sich die neue Großschott die wir erst in Bermuda eingezogen haben schon unzulässg aufgescheuert und mußte nach gesetzt werden. An sich Kleinigkeiten aber sollte die Schott bei Nacht reißen gibt das ordentlichen Stress. Wir fahren bei Nacht mit konservativer Besegelung sodass der Wachhabende bei auffrischenden Wind selber einfach reffen kann.
Wir sind jetzt schon auf dem Breitengrad von Horta und könnten gerade noch die 600sm rüberfahren aber der Wind spielt nicht so ganz mit. In den letzten Tagen sollte vor Horta eine Flaute sind und sparen den Diesel um diese zu durchfahren. Soweit die Theorie.
Zu essen haben wir genug, das letzte Pökelfleisch wurde heute verkocht. Jetzt geht es an die Dosen von denen wir noch genug haben. An Frisch Zeugs haben wir noch ein paar Tomaten und ein Viertel Weißkraut. Wir freuen uns schon sehr auf die kulinarischen Genüsse auf den Azoren, das ich ja schon 2011 angelaufen und schätzen gelernt habe.
Das wars für heute, Liebe Grüße von der PANTA Rhei.

Montag 13.5. – Segeltag 10

Wir kommen voran! Seit Bermuda haben wir 1100sm zurück gelegt.. Das sind umgerechnet ca. 2000km. Eine gewaltige Strecke, und das in gut 9 Tagen. Nun wir haben aber auch noch ca. 700sm bis zu den Azoren zu bewältigen. Der Wind dreht jetzt immer mehr von Süd Richtung Osten sodass wir jetzt schon Am Wind, also gegenan segeln. Aber wir können noch direkten Kurs nach Horta fahren.
Heute war unser Körperpflegetag, das heißt wir nahmen eine Ganzkörperdusche im Freien am Heck des Bootes. Bei Sonnenschein und ca. 20°C kein großes Problem. Einzig den Körper bei den vorherrschenden Wellengang zu stabilisieren ist ein Kunstübung. Aber wir wurden ganz sauber und es fühlt sich wunderbar an. Sich mit Katzenwäsche und Waschlappen zu reinigen ist einfach nach einigen Tagen nicht mehr angenehm. Ich vermute aber auch dass hier Männer unter sich nicht den hohen Hygiene Standard wie Zuhause haben müssen.
Krautfleckerl gab es heute Abend wieder einmal. Hans bereitet diese Hausmannskost einfach gut zu und wir wurden super satt davon.
In der Zwischenzeit hat sich Iridium bequemt mir den Wetterbericht down zu laden. Das ist manchmal eine ziemlich zeitaufwändige Prozedur. Aber was wir wirklich hier an Bord haben ist eben viel Zeit. Ich werde nun den Wind- und Wetterbericht studieren und die Strategie für die nächsten Tage überlegen. Dann geht’s in die Nachtwachen. Alles wird irgendwann auch Routine. Das wars von Bord der PANTA Rhei. Liebe Grüsse an Zuhause.

Sonntag 12.5. – Segeltag 9

Wir wünschen allen Müttern einen wunderschönen Muttertag in Österreich. Hier mitten am Atlantik haben auch einen hellen schönen Tag mit blauen Himmel. Der Wind weht wie vereinbart aus südlicher Richtung und schiebt uns mit halben und am Wind Kurs Richtung Osten. Heute konnten wir mit einem Glas Rum Halbzeit feiern. Das heißt genau die Hälfte der Strecke hatten wir schon frühmorgens. Wir sind sehr zufrieden dass es bisher so gut geklappt hat. Bis auf die zwei Tage zu Beginn hatten wir jeden Tag Wind mit dem wir direkten Kurs auf die Azoren nehmen konnten. Heute konnte ich endlich wieder den Wetterbericht downloaden. In den nächsten drei Tagen haben wir gutes Segel Wetter zu erwarten. Und Gott sei Dank bisher kein Sturm oder Stark Wind auf der Strecke. Darüber sind wir sehr froh.
Heute war Backtag. Nach einer herzhaften Pizza habe ich nun wieder Roggen Mischbrot im Ofen. Das selbst gebackene Brot ist eine Super Abwechslung im Jause Plan. Speck Jause und Salami schmecken damit halt besser als mit weißen Toastbrot.
Mit einen schönen Sonnenuntergang geht es nun in die Nachtwachen. Ich habe die erste Wache bis 24:00, Hans die zweite BSI 03:00 und Börny letzte bis 06:00 morgens. Die erste und die letzte Wache sind uns am liebsten, da kann man dann am Stück mindestens 6 Stunden schlafen. Aber es gibt in den Nachtwachen nicht viel zu tun. Alle 20 Minuten ein Ausguck auf andere Schiffe und natürlich die Segel dem Wind anzupassen. Das heißt bei auffrischenden Wind die Segel reffen und umgekehrt. Das alles ist vom Cockpit aus zu machen, wir brauchen dazu nicht auf das Vorschiff gehen. Außerdem hat der Wachgehende in der Nacht die Pflicht sich ständig mit Rettungsweste und Lifebelt im Cockpit zu einzuhaken.
Liebe Grüsse von Bord der PANTA Rhei.

Samstag 11.5. – Segeltag 8

Herrliches Samstag Nachmittag Segeln hatten wir heute. Vormittag war es noch grau in grau mit ein bisschen Regen. Aber mittag klarte es auf und es wurde noch ein schöner Tag. Etwas weniger Wind als gestern, Windstärke 3 aber aus Südwest sodass wir mit halben bzw. Leicht achterlichen Wind mit ca. 5kn Geschwindigkeit segeln konnten. Der Wetterbericht sagt noch für zwei Tage guten Wind voraus. Dann sollen wir in ein Hochdruckgebiet kommen mit einer zentralen Flaute die sich aber Richtung Norden verschiebt. Wir hoffen dass es schnell genug abzieht. Wir haben erst 45 Motor Stunden seit Bermuda also unsere Tanks sind noch ziemlich voll. Aber wir wollen auf jeden Fall genug Reserven behalten sollten wir vor den Azoren auf eine Ostwindströmung treffen. Dann kann uns der Diesel beim AmWind Kurs helfen. Wir mußten schon zwei Mal 6 Stunden den Diesel auf Standgas zum Laden der Batterien laufen lassen. Der Wind Generator bringt bei achterlichen Wind nicht soviel Leistung und auch die PV Module bringen bei bedeckten Himmel nicht die volle Leistung. Den Strom brauchen wir aber hauptsächlich für den Autopiloten und den Kühlschrank. Ansonsten nicht viel Neues. Gekocht habe ich heute Reis mit Schinken und Erbsen/Karotten. Ich muß Mal schauen dass wir auch einige Dosen aus dem Lager aufbrauchen. Das Frisch Zeugs ist langsam aufgebraucht, einige Tomaten, Karotten, Kartoffeln und Kürbisse sind noch da. Aber auch genug Zwiebeln und Knoblauch. Langsam fehlt auch die ausreichende Körperhygiene. Im Freien ist es bei Wind schon etwas frisch für eine Meerwasser Dusche. Vielleicht gehen wir am Dienstag baden wenn wirklich der Wind ausbleibt. Bei höheren Wellen ist es nicht sehr ratsam ins Wasser zu steigen, das Rauskommen könnte schwierig sind wegen des hoch auf-und ab schlagenden Hecks des Bootes. Wir riechen eh alle gleich streng und jeder hat eine eigene Kajüte, es ist zum aushalten.
Liebe Güsse von Bord der PANTA Rhei.